FairBleib Südniedersachsen-Harz bei der `Beratungsstellenmesse´ an der BBS in Einbeck

 

Am Mittwoch, den 27.03.2019, fand zwischen 8:30 und 13 Uhr zum wiederholten Male eine `Beratungsstellenmesse´ in den Berufsbildenden Schulen in Einbeck statt. In diesem Jahr erhielten die interessierten Schüler_innen und Lehrer_innen einen Laufzettel, mit dem sie innerhalb einer Schulstunde mindestens zwei Stationen aufsuchen sollten. An insgesamt mehr als 20 Ständen stellten vor Ort tätige Beratungseinrichtungen ihre Arbeit vor, informierten und luden zu kleinen Mitmachaktionen ein.

Beratungsstellenmesse1Die Mitarbeiterinnen von FairBleib Südniedersachsen-Harz stellten die Themenschwerpunkte und Beratungsansätze ihres Projekts in Form eines `Integrationspuppenhauses´ dar.

Vor dem Haus war eine Grenz- und Kontrollstation aufgebaut, die sowohl die Einreise nach Deutschland, als auch (drohende) Abschiebung symbolisierte. Im Haus selber gab es acht unterschiedliche Zimmer und eine große Dachterrasse. So konnte man in eine Wohnsituation, verschiedene Behörden- und Beratungszimmer, ein Kranken- und ein Wartezimmer, ein Klassenzimmer und verschiedene Arbeitsbereiche schauen.

Die Standbesucher_innen spielten sich dann wahlweise mit zwei konkreten Figuren durch das Haus oder aber zogen eine Zufallskarte, mit einem bestimmten Ereignis, über das sie sich dann versuchten im Haus zu orientieren.

Den beiden ausgewählten Figuren war je eine Personenkarte zugeordnet, auf der der Name, das Herkunftsland und kurze Informationen zu Familienverhältnissen und zur Bildungsbiographie standen. Anschließend wurden in einzelnen Zimmern Ereigniskarten gezogen, die den Weg durch das `Integrationshaus´ lenkten. So musste beispielsweise wegen fehlender Kinderbetreuung die Teilnahme am Integrationskurs verschoben und stattdessen im dafür vorgesehenen Raum gewartet werden; oder aber die schwierige Entscheidung getroffen werden, ob zur eigenen finanziellen Absicherung und der von bedürftigen Familienangehörigen ungelernte Zeitarbeit aufgenommen oder aber, trotz dessen, eine Ausbildung begonnen wird. Im Hintergrund immer die aufenthaltsrechtlichen Konsequenzen des jeweiligen Tuns.

Die Zufallskarten hingegen beschrieben, fallunabhängiger, bestimmte (Not-) Situationen, die häufig auch Grund für einen Erstkontakt mit FairBleib und somit Ausgangslage für die Berater_innen sind. Beispielsweise: „Du bekommst keine Ausbildungserlaubnis, weil du keinen Pass vorlegen kannst.“ oder „Der Landkreis hat dir einen neuen Mitbewohner zugeteilt. Er trinkt Alkohol und verhält sich aggressiv.“ Hierzu konnten die Standbesucher_innen Fragen stellen und mit den FairBleib Mitarbeiter_innen in ein Informationsgespräch kommen.

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Am Stand von FairBleib Südniedersachsen-Harz informierten sich an diesem Vormittag insgesamt ca. 80 Schüler_innen und Lehrer_innen.